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Wie bekämpft man die Varroa-Milbe in der Oberträgerbeute?

 

Wer seine Feind kennt, hat schon halb gewonnen.

Deshalb ist es wichtig den Milbenbefall regelmäßig zu kontrollieren. Den umso besser sich ein Volk entwickelt, um so stärker vermehrt sich auch die Milbe.

Durch einen Drahtgitterboden ist eine einfache Auszählung der Milben über den natürlichen Milbenabfall möglich. Zum Bestimmen des Befalls wird die Windel mit Zählgitter gereinigt, mit Vaseline eingestrichen und unter das Volk gehängt. Nach 48 h zähle ich die Milben aus.

Außerdem ist es durch den Mobilbau möglich Bienen von einzelnen Waben abzustoßen, um eine Auszählung über die Puderzuckermethode durchzuführen. (https://llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/publikationen/)

Derzeit bestimme ich den Milbenbefall zweimal im Jahr. Mitte Juli entscheide ich, ob die Honigernte vorzeitig durchgeführt werden muss, um die Varroaentwicklung zu stoppen und im November zähle ich, um zu entscheiden, ob eine Winterbehandlung mit Milchsäure notwendig wird. Sollte Mitte ein starker Befall herrschen, gibt es zwei Behandlungen. Direkt nach dem Abräumen erhält das Volk 5 Liter Zuckerwasser, dann beginnt die Sommerbehandlung (120 ml Ameisensäure) und dann wird weiter aufgefüttert. Die Auffütterung soll am 15. September abgeschlossen sein. Dazu muss die erste Ameisensäurebehandlung am 1. September enden. Erstens möchte ich die Winterbienen nicht mit der Einfütterung belasten, da sie ihre Kräfte für das nächste Frühjahr brauchen und zweitens habe ich schlechte Erfahrungen mit der Futterabnahme nach diesem Stichtag gemacht. Ist die Zeit durch anhaltende Waldtracht oder zu hohe Temperaturen für die zwei Langzeitbehandlungen zu knapp, ersetzte ich die Sommerbehandlung durch eine Kurzzeitbehandlung mittels Schwammtuch und Eimer. Ab dem 15. September erfolgt die zweite Langzeitbehandlung mit 150 ml Ameisensäure. (Die genauen Dosierungen sind den Anwendungsbeschreibungen zu entnehmen.)

Der Verdunster wir in einen einfachen Rahmen eingesetzt.

 Am Ende...der BehandlungAm Ende...der Behandlung

Alles Ätzend…

2018 war es … heiß und trocken. Trotz Verschiebung des Behandlungstermins um 14 Tage nach hinten und Verkleinerung des Verdunstungsdochtes, trotz Einsatz der Nassenheider Langzeitverdunsters habe ich 2018 zum ersten mal überhaupt und dann auch gleich meine beiden Königinnen durch die Varrobekämpfung mit Ameisensäure verloren. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, hatten die Bienen verzweifelt versucht, noch Königinnen nachzuziehen. Auch die Larven in den verdeckelten Weiselzellen waren abgestorben und rochen nach Ameisensäure.

 ätzendätzend

 

weisellos-chancenlos-hoffnungslos auf der suche nach der richtigen Thronfolgerin

 

Verlustängste

mit der Vorstellung des Nassenheider Verdunsters Universal könnte der Nassenheider Classic längerfristig nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zwar reichen mir meine vorhandenen Verdunster erstmal aus, aber es ist gut für alle Top-Bar-Hive-Neueinsteiger zu wissen, dass diese Methode weiter zur Verfügung steht. Der Einsatz des Nassenheider Verdunsters Universal mit dem Vliestuch st durch die Trapezform der Waben in der Oberträgerbeute nicht ideal, da die empfohlene Mindestfläche von 700 cm2 für das Vliestuch nicht erreicht wird. Man kann allerdings einen Nassenheider Verdunster Universal in einen Nassenheider Verdunster Classic zurückzubauen. Die Funktion wird dabei gegenüber dem Classic Verdunster nicht beeinflusst, da die Dochtrinne in Ihren Ausmaßen unverändert geblieben ist. Das Hilfsrähmchen des Universal Verdunsters ist etwas länger ist.

 alt und neualt und neu

 

Zum Schutz der Bienen vor der ätzenden Säure, sollte auf den Schutzkäfig nicht einfach verzichtet werden. Mein Käfig wurde mit einer Blechschere zurechtgeschnitten und einfach in die passende Form gebogen. An den schmalen Seiten wurde das Drahtgitter in Anpassung an den Verdunster eingekürzt. Die unteren Enden sind etwas auseinandergebogen. Der Käfig lässt sich so einfach auf den Verdunster stecken. Im Inneren wurde ein mittiger λ-förmiger Haltdraht von den Seiten zur oberen Mitte eingezogen, damit der Docht mittig gehalten wird. Das Füßchen über das die Säure berührungslos auch das Vlies gelangen soll, wurde entfernt, um Platz zu sparen, da es keine Funktion mehr hat.

 

 

Legende: (1) Schutzkäfig aus bienendichtem Drahtgewebe, (2) λ-förmige Drahtschlinge im Inneren als zusätzliche seitliche Stütze des Dochts, (3) Nassenheider Säurebehälter, (4) Dochtrinne auf Schraubdeckel

 

Den Überblick bewahren

Auf der Windel (Bodenbrett) sind die zahlreichen abgetöteten Milben als dunkle Pünktchen nach der Sommerbehandlung zu sehen.

 BodenperspektiveBodenperspektive

 

Kurzzeitbekämpfung eimerweise

Eine Kurzzeitbehandlung mit Putzutensilien - Schwammtuch und Plastikeimer - modifiziert nach Stadelmann genutzt, um die Völker von der Varroa zu reinigen. Und nach der Auffütterung wird eine Langzeitbehandlung nachgeschoben. 

Eimerbubble nach StadlmannEimerbubble nach Stadlmann

  

Die 60%ige Ameisensäure habe ich per Spritze dosiert auf das Schwammtuch gegeben, das auf einem Teller auf dem Eimer liegt. Der Eimer steht neben der letzten Wabe in der Oberträgerbeute. Durch den Eimer wird das Leerraumvolumen gesenkt und das Schwammtuch im wärmeren, oberen Bereich plaziert, was sich beides günstig auf den Anwendungserfolg auswirkt. Außerdem gibt es keine Anforderungen an den Aufbau des Beutenbodens. Der Boden wird mit der Bodenwindel o.ä. verschlossen und die Fluglöcher bleiben offen. 

 

Die Winterbehandlung

Sollten im November noch mehr als eine Milbe je Tag Fallen ist eine Winterbehandlung mit Milchsäure oder Oxalsäure notwendig. Dabei empfehle ich die Milchsäure. Die Anwendung als 15% Sprühlösung ist einfach und die Milchsäure ist im Umgang unkritischer als Oxalsäure. Die Behandlung muss in der brutfreien Winterzeit bei Außentemperaturen zwischen 5-8° C geschehen. Leider sind diese Tage am Anfang des Jahres selten.

Im Garten kann man bei allen Arbeiten mit Säuren auch den Gartenschlauch mit einem Brausekopf bereitlegen (Hahn aufdrehen!) Zur Mischung benutze ich eine 100 ml Spritze. (Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.) Die Bienen sollen nach dem Einsprühen grau (nicht schwarz) erscheinen.

Schlipperdidix...
Die Berechnung zum Verdünnen von Konzentraten geschieht am einfachsten mit Hilfe eines 
Mischungskreuzes, das ich hier als Exceltabelle zur Verfügung stelle. (Echte Praxis keiner weiß wie, aber es funktioniert.)

 MilchsäureapplikationMilchsäureapplikation

Der Einsatz von Oxalsäure ist ebenfalls möglich.


Ohne Spacer werden die Wabengasen mit dem Stockmeißel für etwa einen Zentimeter auseinandergehebelt werden, um die Oxalsäure in Wabengasse träufeln zu können, was problemlos möglich ist. Am Ende des Schlauches ist ein Verschlussstopfen angebracht, in den mit einer Nadel ein kleines Loch gebohrt wurde, um einen feinen Strahl zu erzeugen.

 Oxalsäure … Oxalsäure …

Diese Aufnahme über eine Oxalsäurebehandlung in einer Oberträgerbeute mit Spacern hat mit Dr. Friedrich Pohl freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die Spacer werden einzeln angehoben und die Lösung in die Wabengassen dosiert.

mit Spacern...mit Spacern...

 

Erstellt am 2019-06-14

Stand vom 2019-07-20