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Warum Holzbeuten?

Man kann die Bienen auch in einem Pappkarton halten. (R. Bruchhäuser)

Über die richtige Form und das richtige und einzig richtige Material für Bienenkästen wird viel gestritten. Dabei habe ich mich für Holz entschieden. Holz ist ein natürlicher Werkstoff der durch Sonnenenergie aufgebaut wird, regional vorkommt, sich leicht verarbeiten lässt, Feuchtigkeit abgibt, formstabil ist, keinen Fremdkörper im Wald darstellt, leicht verfügbar ist und wiederverwertbar (Pressplatten) ist, kompostiert oder verbrannt werden kann. Dies hat jedoch nicht viel mit den Bienen zu tun. Bienen sind anpassungsfähige Höhlenbrüter. Dies gilt genauso für die Form der Höhle als auch für deren Material. Bienen schauen nach dem Volumen, damit sie genug Platz haben, ein Nest anzulegen. Sie prüfen die Lage des Eingangs, um Luft- und Wärmezirkulation sicherstellen zu können und sie bevorzugen Eingänge, die sich über der Erde befinden, um vor Feinden besser geschützt zu sein, sowie Eingänge die zur Sonne zeigen, um dem Wetter weniger trotzen zu müssen. Fremde Gerüche können zwar stören und zum Beispiel Wachsgeruch kann anlocken (gegen Fremdgerüche haben die alten Imker neue Bienenstöcke von innen mit Johannisbeerblättern ausgerieben), aber die Bienen wären nicht so erfolgreich als Wild- und Haustier gewesen, wenn sie nicht mit einer Felshöhle im warmen Gebieten genauso zurechtkämen, wie mit Baumhöhlen in Deutschland. Dabei bieten beide durch das Erdreich oder den Baumstamm Schutz und Isolierung. Da Wärme nach oben steigt, ist auch verständlich, warum Bienen den Eingang weiter unten bevorzugen. Was auf dem Boden passiert ist Bienen ziemlich egal, da sie nach unten nicht anbauen. Zusammen mit dem lackartigen, desinfizierenden Überzug aus Kittharz, machen Bienen aus fast jedem Loch eine sauberes, duftendes Eigenheim. Jemand der sein Haus nicht selbst baut, muss sich eben an das anpassen, was er findet. Dies gilt für Einsiedlerkrebs, Mieter oder Honigbienen. Dem Augenschein nach fallen gemauerte, tönerne Bienenkästen oder auch solche aus Kunststoffen oder Beton eher unter solche die Felshöhlen ähneln, während solche aus Holz, Stroh, Flechtwerk oder Pflanzenstängeln wieder eher Baumhöhlen gleichen sollten. Die Diskussion ist also müßig. In Afrika werden Top-Bar-Hives sehr erfolgreich auch aus Beton gebaut. Dort gilt, dass diese gut hitzeisolierend, haltbar, diebstahlsicher, feuerfest, sicher vor Termiten leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Außerdem kann Holz anderswo sehr kostbar sein. (In Deutschland könnte sich auch die Verwendung von Holzbeton anbieten, um eine dauerhafte, stabile Beute zu bauen. Allerdings ist die Handhabung dann unter Umständen eine richtig "schwere" Sache.)
Durch die Verwendung von Drahtgitterböden haben sich viele Nachteile von Materialien wie Beton oder Styropor ergeben, da immer ein ausreichender Luft- und Feuchtigkeitsaustausch stattfindet. Bei sperrigen Beuten wie der Oberträgerbeute hat Holz einen großen hygienischen Vorteil. Eine Holzbeute kann mit einer offenen Flamme desinfiziert werden. So große Bienenkästen passen nur sehr bedingt in Laugenbäder, was die Alternative bei Kunstsoffoberträgerbeuten wäre.

Erstellt am 2019-06-14

Stand vom 2019-10-30