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Kann man nur ein einzelnes Bienenvolk halten?

Ja und nein.

Ein Imkersprichwort sagt: "Ein Anfänger braucht zwei Bienenvölker. Eines zum Imkern und eines zum Totgucken." Tatsächlich kann man auch ein mit einem Volk anfangen und dies auch überwintern. Allerdings trägt man ein hohes Risiko, falls eine Königin verloren geht oder das eine Völker im Winter verloren geht, da man aus eigenem Bestand nicht ausgleichen kann. Auch Schwarmlenkung, Wabenerneuerung etc. sind deutlich schwieriger durchzuführen. Spätestens ab dem zweiten Jahr gilt deshalb die Grundformel y x + 0,5 x . Dabei steht y für die Anzahl der Völker im Sommer und x für die Anzahl der Überwinterungsvölker (sogenannte Leibimmen).

Einzelvolk (Aquarium-Volk) mit Zwischenableger)

x + 0,5 xx + 0,5 x

 

Zwar passen in eine Oberträgerbeute zwei Völker, aber ich nutze diese Möglichkeit sehr selten:

  1. Sind die Völker nicht unabhängig von einander zu bewegen.
  2. Müssen die beiden Abteile wirklich Bienendicht abgetrennt sein.
  3. Lässt sich in einer Beute mit freien Raum deutlich leichter Arbeiten, da ich keinen Wabenbock benötige.
  4. Kann der Leerraum auch als Einkehrtrichter, Futterraum, Trommelraum dienen.
  5. Reicht der geteilte Raum nur für kurze Übergänge oder schwache Völker.
  6. Kann ein Ableger genutzt werden, um mit geringerem Einsatz und Risiko: 
  • Königinnen zu vermehren,
  • Altwaben auszuschleusen, 
  • Schwarmstimmung machhaltig zu dämpfen,
  • Zusätzlich Platz zu schaffen, wenn die gehaltene Genetik zu entwicklungsstarke Völker hervorbringt.


Besser man verwendet gleich eine weitere Oberträgerbeute oder einen Ablegern. (Links Ableger getrennt in Ablegerkasten, rechts Ableger in einer Beute mit dem Muttervolk und einem bienendichtem Schied.)

ZwischenablegerZwischenableger

 

Zurück auf Start

Will ich meine Imkerei nicht ständig erweitern, dann muss ich die Völker spätestens im September/Oktober wieder auflösen. Wenn die Waben des aufzulösenden Volkes noch Brut oder viel Futter enthalten, schön ausgebaut und nicht zu alt sind und das Sommervolk gesund ist, kann man diese Waben auf die verbleibenden Völker verteilen. Dabei kann man, die Waben vor den weiterbestehenden Völkern auf eine Einlauframpe abfegen (damit auch die Jungen Bienen den Weg finden). Die Königin muss zuvor herausgefangen werden. Findet man keine Königin, müssen die verbleibenden Völker mit einem Absperrgitter  vor den Fluglöchern versehen werden. Die abgestoßenen Waben ohne aufsitzende Waben werden in die verbleibenden Völkern eingehängt.

Alternativ ist auch eine Völkervereinigung mit einem Bogen Zeitungspapier möglich. Bevor die letzte Futtergabe gegeben wird, wird der freie Raum in der beute, in dem der Futtereimer stand, durch Entfernen des Schiedes geöffnet und das Schied durch einen Bogen Zeitungspapier ersetzt. Der Bogen wird mehrfach mit einem Stift oder ähnlichem durchlöchert (und kann auch noch etwas mit der Sprühflasche angefeuchtet werden, um es den Bienen leichter zu machen). Hinter die Waben kommt das Schied. Nach ein paar Tagen haben sich die Bienen durchgefressen und die Völker sind vereint. Nach der Vereinigung wird der Wintersitz neu sortiert, wenn zuvor Brutwaben aus dem aufgelösten Volk hinzugekommen waren. Anschließend wird das restliche Winterfutter über einen kleinen Futterbehälter (Vorratsdose, die hinter bzw. neben das Volk passt) gegeben, damit die Bienen sich den Wintersitz neu einrichten können, so dass sie im Winter auf ihrem Zehrweg nicht den Anschluss zum Futter verlieren. (Sollte man die Königin beim Vereinigen nicht finden, kann man die Auswahl der Königin den Bienen überlassen oder man trennt die neuen Volksteile nochmal bis zu einer weiteren Suche in ein paar Tagen mit einem Absperrgitter.)

Die Abbildungen zeigen das Volk mit Schied und geöffnet, mit perforierter Zeitung und zugehängten Brutwaben. Das letzte Bild zeigt das versetzte Schied und bereits die Vorratsdose, die nach der Vereinigung zum restlichen Auffüttern genutzt wird.

BienenzeitungBienenzeitung
Neu NachbarnNeu Nachbarn

Bereits nach einem Tag haben die Bienen hier die Zeitung teilweise entfernt. Am Beutenboden befinden sich die zernagten Reste.

BilderschnipselBilderschnipsel

 

Erstellt am 2019-06-14

Stand vom 2019-10-30